Presseinformation
Lebensvolle Literatur aus dem ärmsten Land der Welt
Frankfurt am Main, 8. Jul
2008. Haiti, immer wieder als Land des Chaos und der Armut
präsent, liegt als verlorenes Inselparadies mitten in der
karibischen Urlaubsidylle. Ruhelosigkeit und Zerrissenheit
der ältesten Schwarzenrepublik bieten ein Spannungsfeld,
in dem eine bemerkenswerte Literatur zwischen Lebenslust
und Poesie entsteht.
Im Litradukt Verlag erscheint jetzt Louis-Philippe
Dalemberts Debüt „Gottes Bleistift hat keinen
Radiergummi“. Sein erster Roman, entstanden Mitte der
neunziger Jahre, bietet pralle Schilderungen des Alltags
der kleinen Leute in der Karibik und eine einfühlsame
Auseinandersetzung mit den Themen Kindheit und Heimat. Der
bevorzugte Aufenthalt des kleinen Jungen ist ein
ausgedienter Peugeot 304, in dessen Rückspiegel er die
Welt, die bunte Fauna des Viertels, beobachten kann. Eine
Welt, die mit dem Fortgang zusammenbricht. Für den
kleinen elternlos aufgewachsenen Jungen bedeutet das die
Trennung von seiner wahren Familie, von Faustin, dem
Schuhputzer, der sich nachts in den gleichnamigen Kaiser
von Salbounda verwandelt, und den anderen Gestalten, die
sich um die Veranda seiner Großmutter herum durchs Leben
schlagen.
Erst dem Mann, der fünfundzwanzig Jahre später aus dem
Ausland zurückkehrt, wird klar, dass er damit auch die
frühe Kindheit, „dieses andere Land von sich selbst“
für immer verlassen hat. Dennoch versucht er, mit Hilfe
seiner Erinnerungen und seiner Phantasie, dieses Land
wieder zu bewohnen.. „Wohl einer der schönsten Titel
dieses Buchherbstes“ (A. Waberi, Le Monde
Diplomatique)
Schon Dalemberts Abenteuerroman Die Insel am Ende der
Träume erregte hierzulande Aufsehen: „Ein
Gute-Laune-Buch, eine Art Schelmenthriller mit einem
märchenhaften Ende, in dem auch politische und
gesellschaftskritische Aspekte enthalten sind“ (DLF
Kultur).
Der Autor
Louis-Philippe Dalembert, Lyriker, Romanautor,
Literaturwissenschaftler und Journalist, wurde 1962 in
Port-au-Prince geboren, hat die ersten 25 Jahre seines
Lebens in Haiti verbracht, und durchstreift seither nach
eigener Aussage als Vagabund die Welt. (Nord- und
Südamerika, Karibik, Afrika, Europa, den Nahen und
Mittleren Osten). Er lebt heute zwischen Paris, Rom und
Port-au-Prince. Seine Bücher, die bereits in mehrere
Sprachen übersetzt wurden, liegen nun endlich auch auf
Deutsch vor.
Der Übersetzer
Peter Trier. Litradukt Verlag Kehl. Der 1970 geborene
Verlagsgründer war während seiner jahrelangen Lektoren-
und Übersetzertätigkeit in Frankreich mit Projekten zu
„schwarzer“ Literatur beschäftigt und entdeckte dabei
eine hierzulande nahezu unbekannte junge Literatur aus
Übersee.
Pressekontakt:
Timm Faust
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