In der neuesten Themenschleife auf dctp.tv befragt Journalist Philip Banse unter anderem Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales zur Zukunft kollektiven Wissens; der Autor, Berater und Journalistik-Professor Jeff Jarvis skizziert die Medien der Zukunft. Trevor Edwards, Marketing-Chef von Nike, erklärt das Ökosystem eines Turnschuhs; Buchautor David Kirkpatrick sieht Facebook als zentralen Indentitäts-Register des Internets; David Gelernter, legendärer Informatiker an der Yale University, erläutert seine Vision der zukünftigen Wissens-Organisation. Dina Kaplan, Mitgründerin von blip.tv, berichtet über die Vermarktung von Video im Netz und die Tatsache, dass Amateure mit einer Video-Show mehr als 100.000 Dollar Jahresumsatz machen. Die neue Geschäftsführerin von Spiegel Online, Katharina Borchert, entwirft das perfekte Online-Medium und Tim Kring, Autor der Erfolgs-Serie "Heroes", erklärt, wie das Internet fiktionale Filmerzählungen revolutioniert und warum Piraten keine Feinde sind.
Folgende Filme sind ab Dienstag, dem 23. Februar 2010, in der Themenschleife „DLD10“ auf dctp.tv zu sehen:
Ein Visionär druckt aus / Jimmy
Wales
Gemeinsam mit Larry Sanger hat Jimmy Wales die Wikipedia
gegründet und danach Wikia gestartet, ein Unternehmen,
das Wikis für jedermann anbietet. Im Interview spricht
Wales über die Zukunft des kollektiven Wissens und
verrät wie er den Datengau seines Mobilfunkproviders
überlebte: Der Internet-Pionier hatte alle seine Kontakte
ausgedruckt.
"Algorhythmen können nicht
filtern" / David Gelernter
David Gelernter ist Informatiker an der Yale University
und hat Phänomene wie das Web und die Datenwolke schon
vor Jahrzehnten vorhergesagt. Bei einem Anschlag des
Una-Bombers verlor er seine rechte Hand. David Gelernter
über die Frage, wie wir Wissen organisieren sollten, wer
Wichtiges von Unwichtigem trennt und wann Technik die
Menschen nicht mehr versklavt, sondern unterstützt.
Medien müssen etwas riskieren / Jeff Jarvis
Jeff Jarvis, Journalistik Professor an der City University
New York und Autor des Buchs "What would Google do?",
verdient viel Geld damit, Verlagen zu erklären, warum sie
keine Ahnung vom Netz haben. Jeff Jarvis über
Geschäftsmodelle, die Zukunft der Medien und Vorbilder,
die etwas riskieren.
Guter Journalismus - auch umsonst / Dan Gilmor
Dan Gilmor gilt als erster, der für ein traditionellen
Verleger bloggte. Gilmor schreibt seit mehr als 20 Jahren
über Technik, das Netz und die Medien. Sein Buch "We, the
media" erschien 2004 und gilt als Standardwerk über
Bürgerjournalismus. Wie soziale Medien den Journalismus
verändern und warum der nicht immer etwas kosten muss -
Medien-Veteren Dan Gilmor über die Zukunft der Medien im
Netz.
"Besucher, die von Google kommen, sind
nichts wert" / Ben Hammersley
Bevor Ben Hammersley Editor in Chief von Wired UK wurde,
reiste er als Journalist um die Welt, berichtete für den
Guardian, die Time und die BBC. Er nutzte dabei das volle
Multimedia-Arsenal der Internet-Werkzeuge. Im Interview
beschreibt der Technik-Journalist, warum
Print-Journalismus nicht
tot ist und warum Google-Links nichts wert sind.
Facebook als Passbehörde / David Kirkpatrick
David Kirkpatrick ist Journalist beim Fortune Magazin und
Autor des Buchs "The Facebook Effect". Er glaubt, dass
Facebook bald keine Website mehr hat, sondern sich zum
zentralen Indentitäts-Registrar des Internets mausern
wird. "Gruselig", sagt Kirkpatrick.
Katharina
Borchert
Von der Bloggerin zur Geschäftsführerin von Spiegel
Online – Katharina Borchert erzählt, wie das perfekte
Online-Medium aussieht (es setzt auch Links...), warum
Journalismus keine Diskussion mit den Lesern ist – wie
diese dennoch eine Rolle bekommen.
Fernsehen der
Zukunft / Dina Kaplan
Dina Kaplan hat blip.tv gegründet, das "Fernsehen der
Zukunft". Tausende Video-Shows stehen online - blip.tv
bringt sie auf alle Plattformen und vermarktet sie.
"Unsere bekanntesten Shows haben 3 Millionen Zuschauer
jeden Monat und machen sechsstellige Umsätze", sagt
Kaplan. Wie das geht, erklärt die Unternehmerin im
Interview.
Wie Browser die Demokratie fördern /
Mitchell Baker
Als Vorsitzende der Mozilla Foundation ist Mitchell Baker
vor allem für die Entwicklung von Firefox zuständig,
einem Internetbrowser, der den Platzhirschen Internet
Explorer innerhalb weniger Jahre fast an den Rand
gedrängt hat. Baker engagiert sich für ein freies
Internet, weil die Welt so transparenter und
demokratischer werde. Warum sie ihre Zeit in einen Browser
investiert und was ein Heer Freiwilliger auf der ganzen
Welt dazu treibt, ihr zu helfen - Mitchell Baker im
Gespräch.
"Wenn wir Körperteile ausdrucken können, ändert das
viel." / Salim Ismail
Klimawandel, Energiekrise, Armut - die Singularity
University hat sich auf die Fahnen geschrieben, die
großen Probleme der Menschheit zu lösen. Mit Geld von
Google und anderen Internet-Firmen analysieren Studenten
die Defizite und lassen sich inspirieren von 3D-Druckern,
die aus Stammzellen
Nieren drucken. Salim Ismail, Direktor der Singularity
University und ehemaliger Head of Innovation bei Yahoo,
über die Bedeutung von "exponentiellen Entwicklungen" und
das Wesen von Erfindungen.
Piraten sind Fans / Tim Kring
"Heroes" ist eine der erfolgreichsten US TV-Serien, Tim
Kring hat sie geschrieben und produziert. Im Gespräch
erzählt die Hollywood-Größe, wie das Internet das
fiktive Erzählen verändert. Kring hält user-generated
TV-Filme für realistisch und Menschen, die seine Filme
illegal aus dem Netz laden für
seine größten Fans.
Produkt mit Ökosystem /
Trevor Edwards
Trevor Edwards, Marketing-Chef von Nike, erklärt, warum
der Sportartikel-Riese kaum mehr TV-Werbung schaltet.
Edwards spricht über die Tücken der Netzwerke und
erläutert, wie Nike nicht nur Schuhe, sondern mit dem
Produkt ein ganzes Ökosystem verkaufen will.
Direkter Link zur Themenschleife „DLD10“:
http://www.dctp.tv/dld-2010/



