Es gibt in jener fernen Zeit im Gesamteuropa eine
Einheitssprache: das Latein. Literarisch-sprachlich galt
das Mittelalter als „Barbaris“, als Verwilderung. Das
Lesen oder Schreiben von Büchern konnte die Menschen
dagegen vor der Hölle retten. Neben der Literatur war das
Mittelalter jedoch auch geprägt von Krankheiten und
Seuchen wie der Pest, von Religionskriegen und den
Kreuzzügen sowie von Mythen: Der Historiker Dr. Herbert
Illig behauptet etwa, das Teile des Mittelalter nur eine
Phantomzeit waren – eine erfundene Zeit, die niemals
abgelaufen ist. Wer sich von der Einöde gegenwärtiger
Verhältnisse gründlich erholen will, sollte in die
geheimnisvolle Welt unserer Vorfahren eintauchen. Folgende
Filme finden sich ab Dienstag, dem 29. Dezember 2009, auf
dctp.tv:
1. Die Sprache schließt den Himmel auf, 3‘
Die erste gesamteuropäische Sprache war das Latein des
Mittelalters. Der Mediävist Priv. Doz. Dr. Wolfgang Maaz
ist Spezialist für dieses Gebiet. Die Geschichten des
lateinischen Mittelalters sind von einer unglaublichen
Buntheit, Unwahrscheinlichkeit und Phantasie. Wie auf
Inseln, aber über ganz Europa verteilt, arbeitet eine
Gruppe von Gebildeten an der schriftlichen Überlieferung.
Die Sprache (lingua) ist ein von Gott gesandtes Wunder.
2. Des Kaisers goldene Nase, 11‘36
Kaiser Otto III. ließ in Aachen das Grab Karls des
Großen öffnen. Der tote Kaiser lag verblüffend gut
erhalten in seinem Sarg. Eine kleine Beschädigung der
Nase veranlasste Otto an Ort und Stelle durch einen
Goldschmied eine goldene Nase herzustellen und der Leiche
des Kaisers einzusetzen. Der Autor Dr. Manfred Osten
berichtet. 3. Eruditio = Bildung / Bildung als Zeichen
des Ranges, 3‘20“
Die großen Autoren des Mittelalters wie z. B. Alkuin,
sprechen nicht von Erziehung (educatio), sondern von
Bildung (eruditio): „Aus dem rohen Holz ein Kunstwerk
schnitzen“. Ein Adliger zeigt seinen Rang nicht bloß
durch Besitz und Waffen, sondern durch Bildung. 4. Zwei
Tragödien der Staufer-Geschichte,
Es geht um den Verrat an der Witwe des in der Schlacht
gefallenen Staufer-Königs Manfred und das grausame Ende
des jungen Konradin von Staufen auf dem Schafott in
Neapel. Der schwäbische Historiker Prof. Dr. Decker-Hauff
berichtet.
5. Gegenwelt des grotesken Lachens / Roswitha von
Gandersheim, 10‘10“
Mittelalterliche Menschen lachen über anderes als moderne
Städter. „Der Teufel und das Küchenpersonal“ ist
eine Erzählung von Roswitha von Gandersheim. 6. Eine
Geschichte aus dem Mittelalter. Helge Schneider als Roland
von Stendhal, 8‘05“
Aus tiefem Schlaf erwacht, erläutert Roland von Stendahl,
geb. 1180 in Paris, seine Karriere als Sterbehelfer bis
zum heutigen Tag. 7. Der 1. Kreuzzug nach arabischem
Bericht
10 000 Einwohner der Stadt wurden nach der Eroberung von
Jerusalem durch das Christenheer massakriert. Ein
arabischer Arzt beschreibt kritisch die Praxis
fränkischer Ärzte. 8. Die Wiederkehr der Seelen /
Pythagoras im Mittelalter / Die Katharer, 3‘59“
Was bedeutet Wiedergeburt im Mittelalter? Warum wird gegen
die Katharer (hiervon kommt der Name „Ketzer“) in
Südfrankreich von der Kirche ein Kreuzzug veranstaltet?
9. Der Schwarze Tod, 4‘23“
Von Osten kommend, hat die Pest in der Antike und im
Mittelalter Häfen, Städte und ganze Länder verwüstet.
Die Seuche tötete nicht nur Menschen, sondern sie
zerrüttete in radikaler Weise den gesellschaftlichen
Zusammenhalt: ein Seuche, die Gemeinwesen vernichtet.
Prof. Dr. med. Klaus Bergdolt, Verfasser der Bücher "Der
schwarze Tod in Europa" und "Die Pest", berichtet.
10. Konstantin der Große und die Zwerge, 6‘02“
Eine Standardgeschichte des Mittelalters: Die Frau des
Kaisers betrügt diesen mit einem Zwerg. Der Kaiser
bestraft beide. 11. Ein Gewand der Heiligen Elisabeth
Die Großen des Reiches unterscheiden sich vor allem durch
ihre Kleidung. Die Leiterin der Abteilung Kostüme und
Gewänder der Baden-Württembergischen Landesmuseums
beschreibt die Restaurierung einer Reliquie. Die heilige
Elisabeth von Thüringen ist eine Cousine Kaiser Friedrich
II. von Staufen. 12. Caesarius von Heisterbach / Gesta
Romanorum, 2‘05“
Die Gesta Romanorum sind eine Sammlung von Erzählungen.
Wie Trümmerstücke erscheinen die Themen der großen
antiken Literatur als Fabeln, die mittelalterliche
Phantasien wiedergeben. Der vorletzte Roman von Thomas
Mann, „Der Erwählte“, beruht auf einer solchen Fabel.
13. Karl der Große Fehlanzeige, 13‘27“
Fehlen einem Jahrtausend 300 Jahre (es gibt sie nur in
gefälschten Urkunden, Erzählungen, nicht in
Wirklichkeit), so nennt man das eine Phantomzeit. Nach den
Forschungen des Historikers Dr. Heribert Illig spricht
vieles dafür, dass in den wirklichen Verhältnissen des
frühen Mittelalters fast drei Jahrhunderte fehlen. Hat es
Karl den Großen nur als Erfindung der Nachwelt, nur als
Phantomkaiser, gegeben?
Das Lateinische Mittelalter auf dctp.tv
Die Sprache schließt den Himmel auf - dctp.tv untersucht Auswirkungen des Mittelalters auf die Gegenwart
29.12.2009
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