Viele Mythen ranken sich um die angeblich
weltumspannende Sintflut: Im Alten Testament steht
geschrieben, dass die Katastrophe dreihundert Tage
andauerte und nur Noah, vom von den Menschen erzürnten
Gott gewarnt, und die Passagiere seiner Arche die
Überschwemmung im Gebirge Ararat überlebten. Von dort
verbreitete sich das Leben wieder über die Erde.
Auch das Judentum, alt-orientalische und –ägyptische
Epen und Mythen sowie Sintflutsagen in anderen
Kulturkreisen weisen erstaunliche Parallelen zu dieser
biblischen Geschichte auf. Experten aus allen
Religionskreisen stimmen überein, dass der Archebau als
Sinnbild verstanden kann, dass der Gerechte seinen
Mitmenschen gegenüber verpflichtet ist.
Insgesamt
neun Filme beleuchten dieses Thema Sintflut ab Freitag,
dem 18. Dezember, facettenreich auf dctp.tv. So erläutern
Sprachforscher, Evolutionsbiologen und Geologen den Stand
der Wissenschaft, räumen mit für wahr gehaltenen Mythen
auf oder untermauern die vermeintlichen Sagen mit
Fakten.
Ebenso wenig fehlen der Blick auf den Umgang der Kultur
mit dem Thema (Georg Bizets Oper „Noah und die
Sintflut“) sowie polizeiliche Maßnahmen im Ernstfall
von sintflutartigem Regen und öffentlicher Panik.
Folgende Filme befinden sich im Einzelnen in der Themenschleife „Die Geschichte der Sintflut“:
1. Die Geschichte der Sintflut. Mit Prof. Dr. Haarmann,
8´36´´
Der Sprachforscher und Geo-Archäologe Prof. Dr. Haarmann
lokalisiert – die These ist inzwischen von der
Wissenschaft akzeptiert – die Sintflut im Gebiet des
heutigen Schwarzen Meers. Am Marmara-Meer bildete ein
Gebirgszug einen Damm zwischen dem höher gelegenen
Mittelmeer und einem Süßwassersee, der heute unter den
Salzwassermassen des Schwarzen Meers immer noch existiert
und bei Sturm die schwarze Farbe des Pontus Euxinus
verursacht. Der durch Erdbeben veranlasste Einsturz der
Gebirgskette führte zur Überflutung.
2. Die
Sintflut. Oper von Georges Bizet, 7´28´´
Unter dem Titel NOAH ODER DIE SINTFLUT komponiert Georges
Bizet nach einem Entwurf seines Schwiegervaters J.F.
Halévy eine Oper in 5 Akten. Die unbekannte Oper Bizets
beschreibt die Vorgeschichte von Gottes Zorn, die die
Sintflut auslöste.
3. Alteuropäer in frühester
Zeit. Mit Prof. Dr. Haarmann, 5´38´´
Aus der D N A –Spur und aus Spuren der Sprache kann als
sicher gelten, wo die Alteuropäer lebten, die der
indogermanischen und sonstigen Invasionen vorangingen. Sie
sind auch älter als die minoische und mesopotamische
Kultur. Sie können als Gründer der Zivilisation
gelten.
4. Der Kult der großen Göttin. Mit Prof.
Dr. Haarmann, 7´31´´
Die frühen Zivilisationen sprechen von Ur-Göttinnen und
vom Kult der großen Göttin. Die wichtigste Göttin ist
nicht zur zuständig für das Gedeihen von Pflanzen und
Geburt, sondern sie ist eine Göttin der Schreibkunst und
der Buchhaltung. In den frühen Zivilisationen
konkurrieren zwei extrem verschiedene
Entwicklungsrichtungen. Eine ÖKUMENISCHE (Tausch,
Gleichberechtigung der Geschlechter, Offenheit zum
gesamten Weltkreis) und eine AUTORITÄRE (Maskulinität,
Vorratswirtschaft, Staat, Landesgrenzen).
5. Das
Jahrhunderthochwasser in Hamburg, 3´44´´
Die sintflutartige Überschwemmung Hamburgs, die unter
Anleitung des Innensenators Helmut Schmidt gemeistert
werden konnte, ist legendär. Der Schauspieler Alfred Edel
im Gespräch mit dem Katastrophenschützer Wirbatzky über
die polizeilichen Maßnahmen im Fall von öffentlicher
Panik und sintflutartigem Wetter.
6. Hexenküche der Mythen, Mit Prof. Dr. Haarmann,
8´47´´
Mythen entstehen aus Tausend Jahre alten mündlichen
Erzählungen. Was sie erzählen, handelt von einer
sichtbaren und eine unsichtbaren Seite der Gesellschaft.
Walter Benjamin nennt das letztere „Das
gesellschaftliche Unbewusste“. Durch diese doppelte
Verankerung, im subjektiven und im objektiven, werden die
Mythen zum Zement der Gemeinwesen.
7. Ein Ozean
namens Tethys. Mit Prof. Dr. Houben, 2´06´´
Bevor die Kontinente ihre heutige Lage erreichten,
erstreckte sich ein Ozean zwischen dem jetzigen Mittelmeer
bis zum Gebiet hin, das heute der Himalaya ist. Der
Geologe Prof. Dr. Houben, Spezialist für Meere und
Flüsse, berichtet.
8. Archiv großer
Katastrophen, 3´28´´
Die Erde kennt sechs große Katastrophen, in der ein
Massensterben das Überleben gefährdete. Eine davon die
Sintflut.
9. Der Begriff des Barbaren,
4´55´´
Barbaren nannten die Griechen alle Völker, die nicht
griechisch sprachen, außer den Ägyptern. Diesem Hochmut
liegt, sagt Prof. Dr. Haarmann, ein schlechtes Gewissen
zugrunde. Tatsächlich unterjochten die Indogermanen, die
sich später Griechen nannten, reichere, frühere Kulturen
und versklavten sie. Das Fremde liegt also nicht bei den
Barbaren, an den Horizonten, sondern steckt in ihnen, denn
sie verheirateten sich mit den Unterworfenen. Worte wie
„Metall“ stammen aus der Ursprache und sind keineswegs
griechisch. Bedeutende Göttinnen wie Demeter und Athene
wiederlegen den äußeren, maskulinen Anstrich der
griechischen Kultur. Das Unterworfene zeigt sich letztlich
als Sieger.
Weitere Informationen zu diesem Thema können unter folgender Internetadresse abgerufen werden: http://dctp.voellergeppert.com



