Für die moderne Zivilisation erscheint Geld wie ein
Zaubermittel. Doch die "monetäre Magie" ist abhängig von
Wert und Verlust der Währung. Zwei Mal erlebten die
Menschen in Deutschland, wie ihr Geld sich in Luft
auflöste. Doch auch in stabilen Zeiten gilt: Wenn wir
glauben, alles sei für Geld zu haben, dann täuschen wir
uns. Liebe, Ämter und Seelenheil gibt es eben nicht zu
kaufen. An anderen Punkten entzündet sich der Kampf um
die Frage: Wollen wir den Zugriff des Geldes auf dieses
Gut zulassen? Wie etwa in der Auseinandersetzung um
Studiengebühren.
In der Antike hielt die abstrakte Schuld die Gesellschaft
zusammen. Für Aristoteles gab es daher nichts
Erschreckenderes als das Aufkommen von Geld. Heute
organisiert die Börse die Fortsetzung von Zahlungen als
elementarer Grundlage der Gesellschaft. Ein Crash ist die
Auflösung der Ereigniszusammenhänge.
Folgende Filme befinden sich im Einzelnen in der Themenschleife „Philosophie des Geldes“, die ab Freitag, den 29. Januar 2010, online auf www.dctp.tv zu finden ist.
Ein Reich wird arm
Im Jahr 1914 kostete ein Dollar 4,20 Mark. Im Jahr 1923
war ein 10-Milliarden-Mark-Schein kaum mehr etwas wert.
Kriegsausgaben und Reparationszahlungen trieben das Land
in die Inflation.
Musik: J. S. Bach, Goldbergvariationen.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/inflation_ein-re
ich-wird-arm
Ich war jung, jetzt bin ich alt
Die Rentenmark war nicht durch Gold gedeckt. Sie verwies
auf die Äcker, Seen und Industrien, vor allem aber auf
die Menschen des Deutschen Reichs. Im Juni 1948 war der
Wert dieser Deutschen Mark 0. Jeder Deutsche erhielt ein
Handgeld von DM 40.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/waehrungsreform_
1948_ich-war-jung-jetzt-bin-ich-alt
Endlagerung
der DDR-Mark
Die Markscheine der DDR wurden 1990 fast im Verhältnis
1:2 in DM umgetauscht. Wo blieben die DDR-Markscheine?
Stasi-Oberst a.D. Erich Komorowsky berichtet: Sie wurden
in den früheren Rüstungsstollen eingemauert. In den
Kisten liegen auch die Fehldrucke, die im Geldscheinhandel
als Raritäten höchste Preise erzielen.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/endlagerung-der-
ddr-mark
Ein Herz kann man für Geld nicht
kaufen.
Der Stasi-Oberst a.D. Erich Komorowsky ist generell vom
Wert des Geldes nicht überzeugt: Glück kann man nicht
kaufen, ein Herz ebenfalls nicht, sagt er. Hans-Friedrich
von Hohmeyer in der Rolle des Erich Komorowsky.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/ein-herz-kann-ma
n-fuer-geld-nicht-kaufen
Die Unruhe des Geldes
Über Geldwert und -verlust im Verlauf der Zeiten.
Geld ist der offenen Gewalt überlegen. Deshalb ist keine
moderne Zivilisation bekannt, die auf dieses Zaubermittel
verzichten kann. Jemand, der sich aufs Geld verlässt, hat
mit ungewisser Zukunft zu tun. Das ist die "Unruhe des
Geldes". Ursprünglich wurde das Zaubermittel Geld
erfunden, um Unsicherheit zu beseitigen. Tatsächlich ist
die Unruhe der Treibsatz des Geldes, sagt der Ökonom und
Soziologe Prof. Dr. Dirk Baecker. Über Geldwert und
Geldverlust im Verlauf der Zeiten.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/die-unruhe-des-g
eldes
Die Philosophie des Geldes
Georg Simmel und das Geld aus nicht-ökonomischer Sicht.
Der Soziologe Georg Simmel veröffentlichte im Jahr 1900
seine berühmte "Philosophie des Geldes". Dirk Baecker
interpretiert diese Philosophie, die Geld aus
nicht-ökonomischer Perspektive beleuchtet und erklärt,
warum der Markt gleichzeitig ein heiliger und ein
verfluchter Ort war.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/simmel_philosoph
ie-des-geldes
Kein Geschenk der Götter
Die gewaltsame Einprägung des Tauschs.
An den Küsten des Mittelmeers breiteten frühe
Handelsvölker ihre Waren von ihren Schiffen auf dem
Strand aus. Die Einwohner hielten die Waren für Geschenke
der Götter und nahmen sie mit. Das Prinzip des
Tauschwerts mussten sie dann in einem blutigen und
opferreichen Prozess erlernen.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/tauschwert_kein-
geschenk-der-goetter
Herzlosgikeit des Tauschs
Talcott Parsons' Erfolgsmedien.
Wir können passionierte Liebe nicht kaufen, Seelenheil
ebenfalls nicht. Wie im Falle von Studiengebühren wird
innerhalb der Gesellschaft die Frage gestellt: Wollen wir
den Zugriff des Geldes auf dieses Gut zulassen? Geld,
Liebe, Wahrheit, Recht - Dirk Baecker über die
Erfolgsmedien von Talcott Parsons.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/parsons_erfolgsm
edien_herzlosigkeit-des-tauschs
Ein Kapital namens
Vertrauen
Das Problem der anonymen Märkte.
Kapitalismus ist auch ein soziales System, das zum
Überleben auch nicht-ökonomische Faktoren benötigt.
Vertrauen als eine elementare Form des Sozialkapitals ist
eine davon.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/ein-kapital-name
ns-vertrauen
Frau Bärlamm zählt die
Tageskasse
Hannelore Hoger als Frau Bärlamm. Kurzfilm
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/hannelore_hoger_
frau-baerlamm-zaehlt-die-tageskasse
Welchen Roman
erzählt die Börse
Die Poesie, die Reichtum schafft.
Dr. Joseph Vogl über die Poesie, die Reichtum schafft.
Was ist Poesie? Börsenwerte und Geld erzählen
Geschichten. Das machen auch die Romane. In beiden Medien,
im Fiction-Roman und an der Börse, werden Netze der
Phantasie gewoben.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/welchen-roman-er
zaehlt-die-boerse
Lagergeld
Seltene Geldscheine mit hohem Sammlerwert.
In den Konzentrationslagern des Dritten Reichs wurde von
den Lagerverwaltungen eine eigene Währung eingeführt,
das Lagergeld. Die SS glaubte, hiermit einen Arbeitsanreiz
für die Insassen zu bieten. Unter dem Gesichtspunkt
"Verschrottung durch Arbeit" sollten den Inhaftierten
besondere Leistungen abgepresst werden. Für Akkordarbeit
war den Insassen zum Höchstpreis für dieses Lagergeld
ein Bordellbesuch gestattet.
Heute haben diese extrem seltenen Geldscheinen einen hohen
Sammlerwert. Einfache Raritäten erbringen etwa 250 Euro,
besonders seltene Stücke mehr als 400.
http://www.dctp.tv/philosophie-des-geldes/lagergeld_kz



