Wo die eigene Meinung früher nur über den klassischen Leitartikel einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, sorgen die Möglichkeiten des Internets für eine Art Wachablösung. Blogs geben dem Einzelnen die Chance, täglich subjektiv zu agieren und Haltungen klar darzulegen.
dctp.tv spricht mit Deutschlands bekanntesten Bloggern, „denn sie sind die Meinungsmacher im Netz und mit ihren Blogs erreichen sie täglich beachtliche Leserschaften. Ihnen ist der Diskurs mit ihren Usern und der Netzgemeinde essentiell und sie antworten auf ein stärker werdendes Bedürfnis nach Orientierung“, so Jakob Krebs, stellvertretender Geschäftsführer der dctp.
Der Berliner Journalist Philip Banse stellt ab Samstag folgende Meinungsmacher, die journalistische und inhaltliche Standards im Netz setzen, vor:
Stefan Niggemeier
Zwischen Papier und Netz
Der Diplom-Journalist Stefan Niggemeier war Redakteur der
Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und hat sich als
bissiger Medien-Beobachter für die Süddeutsche Zeitung
einen Namen gemacht. 2005 ging der Schreiber unter die
Blogger: Bildblog.de und Stefan-Niggemeier.de zählen
heute zu den erfolgreichsten deutschen Blogs. Der
traditionelle Journalismus wird durch das Netz
umgekrempelt, sagt Niggemeier: Leser korrigieren,
kontrollieren, recherchieren. Journalisten müssen mehr
bieten, wenn sie ihre Produkte weiter verkaufen wollen,
sagt Niggemeier: "Ich habe Angst um den Journalismus."
Sascha Lobo
Ich - das Produkt
Kein deutscher Blogger nutzt das Netz so sehr zur
Selbst-Vermarktung wie Sascha Lobo. Seinen roten
Irokesen-Schnitt hat der gelernte Werber bewusst als
Markenzeichen etabliert. Er sieht sich als Kunstfigur des
Internets, die er selbst erforscht. Lobo ist Buchautor,
Deutschlands Twitter-König und wirbt für Vodafone - was
ihm viel Kritik eingetragen hat.
Johnny Haeusler
Netzkultur im Online-Magazin
Musiker, Moderator, Web-Dienstleister - heute betreibt der
Vater zweier Kinder den Internet-Verlag Spreeblick.com und
eines der meistgelesen deutschen Blogs. "Spreeblick"
versteht sich als Magazin, finanziert sich durch Werbung,
trägt sich aber noch nicht. Wie finanzierst du dich?
"Eine indiskrete Frage", sagt Haeusler. "Warum fragt das
eigentlich niemand Frank Schirrmacher, der Papier
bedruckt, das immer weniger Menschen kaufen?" Ein
Gespräch über Netzkultur und den Alltag eines
Fulltime-Bloggers.
Markus Beckedahl
Netzpolitik.org - taz reloaded
Netzpolitik.org besuchen jeden Tag rund 40.000 Menschen -
mehr als viele Online-Auftritte deutscher Tageszeitungen
verbuchen. Dennoch schreibt das wichtigste deutsche Blog
im Wesentlichen nur einer voll: Markus Beckedahl.
Urheberrecht, digitale Bürgerrechte - Netzpolitik.org
landete einige Scoops, doch Beckedahl versteht sich als
Aktivist, nicht als Journalist. Ein Gespräch über
politischen Protest im Netz und die Rolle von Blogs im
neuen Mediensystem.
Jakob Augstein
Labor für andere Gedanken
Jakob Augstein ist Verleger der Wochenzeitung „Der
Freitag – Das Meinungsmedium“, das Netz und Print
verbindet und die Leser zur aktiven Teilnahme auffordert.
Auch wenn für ihn das Netz – und damit
Online-Journalismus – eigenen Regeln folgt, ist es kein
Ort, an dem man „schnell über Sachen drüber wischen
kann“.
Weitere Informationen zu diesem Thema können unter folgender Internetadresse abgerufen werden: http://dctp.voellergeppert.com



