Stuttgart, 19.11.2009 – Für Maschinen- und Anlagenbauer ist CRM in der Wirtschaftskrise noch wichtiger geworden. Das hat eine Studie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) im Auftrag des Beratungs- und Lösungshauses Infoman AG ergeben. Daniela Alber von der HfWU: „CRM hat bereits einen hohen Stellenwert im Maschinen- und Anlagenbau, setzt doch knapp jedes zweite befragte Unternehmen eine CRM-Software ein. Ein Drittel plant, eine einzuführen.“ Als wichtigste Motivation dafür gaben die Maschinen- und Anlagenbauer an, ihre Servicedienstleistungen auf- und auszubauen (65,7 Prozent) und besser auf die vielfältigen Kundenbedürfnisse (60,1 Prozent) einzugehen. Dadurch sollen die Kundenzufriedenheit gesteigert, langfristige Geschäftsbeziehungen gesichert und neue Kunden gewonnen werden.
Branchenspezifische Standardsoftware
gefragt
Bei der Auswahl der passenden Lösung ist für die
befragten Unternehmen zentral, dass sie kompatibel zu
bestehenden Systemen ist. Die Mehrzahl setzt deshalb auf
Standardsoftware (79,4 Prozent). Als bekannteste Anbieter
in diesem Bereich nennen sie SAP (83,2 Prozent) und
Microsoft (63,1 Prozent). Dass die Lösung auf den
Maschinen- und Anlagenbau ausgerichtet sein soll, sagen
23,7 Prozent. Jedes vierte Unternehmen gibt an, über
stark spezialisierte Prozesse und Produkte zu verfügen.
Daher lassen sich Maschinen- und Anlagenbauer bei der als
komplex empfundenen CRM-Einführung extern unterstützen.
Sie suchen Dienstleister, die zusätzlich zum IT- auch
über Geschäftsprozess-Know-how verfügen (50,3 Prozent).
CRM-Einführung zur Chefsache erklären
Nur wenn die Geschäftsleitung hinter dem CRM-Projekt
steht, lässt es sich erfolgreich umsetzen, sind die
Befragten überzeugt (93,3 Prozent). Dazu Stephan Göbel,
Leiter Business Consulting bei der Infoman AG:
„CRM-Projekte beeinflussen die Abläufe, Kommunikation
und Kultur eines Unternehmens. Deshalb sind sie vom
Management als strategische Herausforderung zu
begreifen.“ Daneben kommt es auf die Akzeptanz der
Mitarbeiter an, so die Teilnehmer (89,2 Prozent). Stephan
Göbel: „Wenn Mitarbeiter von Anfang an in den
Einführungsprozess eingebunden sind, erschließen sich
die Vorteile von CRM schneller und vor allem
nachhaltiger.“
Kleinere Unternehmen haben
Nachholbedarf
Die Studie hat ergeben, dass in erster Linie kleinere
Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten nach wie
vor die Herausforderungen einer CRM-Einführung scheuen.
Bei jedem Fünften ist kein CRM im Einsatz oder geplant.
„Häufig ist ihnen der Nutzen nicht bewusst oder es
fehlt an Ressourcen“, so Daniela Alber. „Weiter sehen
sie CRM als reines IT-Projekt zur Optimierung der
Kundenkommunikation. Der Nutzen liegt jedoch auch darin,
Prozesse zu vereinheitlichen und Kosten zu senken.“
Holger Hermann, Vorstand Infoman AG und u.a. für die
Marktstrategie verantwortlich, ergänzt: „Wie sich CRM
als Hebel für Wachstum nutzen lässt, ist gerade jetzt
die zentrale Frage für Maschinen- und Anlagenbauer. Das
bestärkt uns in unserem Ansatz, die Unternehmensstrategie
und -prozesse unserer Kunden ganzheitlich in den Blick zu
nehmen.“
Die Untersuchung fand im Sommer 2009 unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Lorenz Braun statt. Angesprochen wurden 700 deutsche Maschinen- und Anlagenbauunternehmen. Die Befragten waren Entscheider in Marketing, Vertrieb, Service und IT, CRM-Projektleiter, sonstige Stabstellen sowie Geschäftsleiter.



